von Ulf Gierling
Der Evangelischer Kirchenkreis Hamm befindet sich derzeit unter dem Motto „Wegen Umbau geöffnet“ in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Hintergrund sind vor allem die deutlich sinkenden Mitgliederzahlen sowie rückläufige personelle und finanzielle Ressourcen. Prognosen gehen davon aus, dass dem Kirchenkreis im Jahr 2035 noch rund 48.000 Mitglieder angehören werden. Gleichzeitig wird sich die Zahl der Pfarrstellen voraussichtlich auf etwa 9,5 Stellen reduzieren.
Diese Entwicklungen machen Veränderungen notwendig. Ziel ist es, kirchliches Leben auch künftig verlässlich, nah an den Menschen und zukunftsfähig gestalten zu können.
Im Rahmen des Prozesses wurde bereits ein neues Leitbild beschlossen. Dieses sieht eine engere Zusammenarbeit der Gemeinden sowie eine stärkere Vernetzung über Gemeindegrenzen hinweg vor. Künftig wird nicht mehr jede Gemeinde alle Aufgaben eigenständig übernehmen können. Stattdessen sollen Angebote gebündelt, Schwerpunkte entwickelt und Ressourcen gemeinsam genutzt werden.
Zu den diskutierten Veränderungen gehört auch die Aufgabe von rund 50 Kirchengebäuden im Kirchenkreisgebiet. Parallel dazu wird beraten, wie kirchliche Arbeit künftig organisiert werden kann – beispielsweise durch Schwerpunktkirchen, regionale Konzepte und ergänzende Angebote vor Ort.
Ein wichtiger Bestandteil des Transformationsprozesses sind die Gespräche in den Regionen und Arbeitsbereichen über das Kirchenbild der Zukunft. Unter der Überschrift „5 + X“ wurden Presbyterien, Leitungskräfte und Mitarbeitende zu mehreren Treffen eingeladen, um gemeinsam Perspektiven und Ideen für die langfristige Ausrichtung des Kirchenkreises zu entwickeln. Die Rückmeldungen aus diesen Gesprächen waren insgesamt positiv und konstruktiv, auch wenn weiterhin viele Fragen offen sind.
Für die Umsetzung wurde ein klarer Zeitplan entwickelt:
• Bis Ende 2026 soll ein Rahmenkonzept vorliegen.
• Bis Ende 2027 erfolgt die weitere Ausarbeitung.
• Ab 2028 ist die schrittweise Umsetzung geplant.
In den Regionen – unter anderem in den Evangelische Kirchengemeinde Hamm und der Evangelische Kirchengemeinde Heessen – wird der Prozess bereits intensiv begleitet. Dabei werden bewusst viele Beteiligte einbezogen: Presbyterien, Ehrenamtliche, Mitarbeitende, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, Bauvereine sowie weitere Engagierte.
Auch der Gemeinsame Mitarbeitendenausschuss (GeMA) beschäftigt sich regelmäßig mit den Entwicklungen. In gemeinsamen Sitzungen wurden die geplanten Veränderungen ausführlich beraten und bewertet. Transparenz und Beteiligung bleiben zentrale Anliegen des gesamten Prozesses.
Gleichzeitig zeigt sich, dass die Beteiligung bislang hinter den Erwartungen zurückbleibt. Trotz vieler Informations- und Gesprächsangebote erleben manche Gemeindemitglieder die Veränderungen weiterhin als überraschend oder schwer greifbar.
Umso wichtiger bleibt die Einladung an alle Interessierten, sich weiterhin aktiv einzubringen. Ideen, Fragen, Anregungen und Wünsche sind ausdrücklich willkommen und sollen auch künftig ihren Platz im gemeinsamen Entwicklungsprozess haben.



